Neuigkeiten aus der Medienlandschaft
Zuerst ein Kurzfazit einer Studie bezüglich illegalen Serien-Downloads:
Die Inkompetenz der Medienmacher, vielmehr jedoch derer, die Medien öffentlich zugänglich machen, führt dazu, dass ihnen selbst weltweit circa 296.430.160 Zuschauer fehlen, die sie zum Verkauf der Werbeflächen sicherlich gut gebrauchen könnten.
Interessant wäre jedoch nicht nur der Vertrieb über Bittorrent, sondern auch der Vertrieb durch die hierzulande viel beliebteren One-Click-Hoster, aber natürlich auch eine Rangliste für den deutschsprachigen Raum, allein um zu sehen, wieviel Zielgruppenkontakte verloren gehen.
Nun etwas weniger altes: Das Online-Magazin onlinekosten.de hat Beat Knecht, dem Chef von Zattoo, drei Fragen gestellt. Die wohl wichtigste war meiner Meinung nach Folgende:
onlinekosten.de: Zuletzt wurde unter anderem der Lifestyle- und Fun-Sender “Red Bull TV” neu in das Programm-Angebot aufgenommen. Deutsche Zattoo-Fans warten aber noch immer vergeblich auf eine Einspeisung von Sendern der RTL- und ProSieben-Sat.1-Gruppe. Auch der Ruf nach “Eurosport” fällt immer wieder. Gestatten Sie uns einen Blick in die Verhandlungen: woran scheitert eine Einigung bisher?
Herr Knechts Antwort, kurz, prägant und mit etwas Raum für Interpretation:
Knecht: “Wir zahlen halt nicht jeden Preis.”
Gut so, bzw. schlecht für die Medien. Könnten sie per Zattoo doch ohne eigene zusätzliche Kosten eine größere Menge an Zuschauern erreichen und dadurch auch ihre Werbeeinnahmen vergrößern. Kann mir hier jemand erklären, warum sie sich dennoch so sträuben? Mir möchte sich der Sinn nicht erschließen.
Nicht nur, dass man mit dieser Zusammenarbeit, die man sich bezahlen lassen könnte, mehr Zuschauer erreicht, nein, man könnte diese etablierte Ausstrahlungsmöglichkeit sogar dazu nutzen, das eigene TV Programm besser zu analysieren, als dies durch die Erhebungsmethoden der GfK derzeit möglich ist. (Hab ähnliches bereits vor geraumer Zeit geschrieben: http://bit.ly/2Eea1W)
Die privaten Sender arbeiten an eigenen Möglichkeiten, die gekauften Lizenzen weiterzuvermarkten. RTL zum Beispiel mit RTL Now. Inwiefern das erfolgreich ist, weiß ich nicht. Als ich das letzte Mal dort gestöbert habe, gab es nur die Eigenproduktionen zum Streamen, die, mit Verlaub, nicht der Grund sind, warum man sich so einen Sender antut – bzw ich nicht.
Klar, weil auch jeder mögliche Zuschauer gewillt ist, pro Sender ein zusätzliches Programm zum Anschauen des Streams zu installieren.
Darüber hinaus hat Zattoo ja auch eine nette Programmübersicht, die die Wahrscheinlichkeit erhöht, dass jemand auch das sucht und sich schließlich ansieht, was ihn interessiert. Das kann ja nur im Interesse der Sender sein, dachte ich zumindest bisher. Aber man muss das Rad ja ständig neu erfinden. Auch wenn es dann nicht rund ist sondern Ecken und Kanten enthält, Hauptsache man kann kann sich irgendwie damit fortbewegen :K.
Eine logisch Erklärung zu finden, warum sich eine Sendergruppe einem etablierten IPTV Anbieter nicht anschließt um detailiertere Informationen über das Nutzungsverhalten der Zielgruppen zu erhalten ist wahrlich schwer.
Im Endeffekt geht es glaube ich weniger um die qualitative Verbesserung des Programms, sondern vielmehr um Zahlen, Zahlen, Zahlen.
Wenn man seinem Publikum das eigene Programm auf unzähligen Internetseiten anbietet, anstatt über einen zentralen, jedoch nicht eigenem, Weg, kann man diesen Mehraufwand beim Nutzer auch noch mit nerviger Banner-/Text-Werbung erhöhen, wofür man auch noch ein paar Cent kassiert.
Vielleicht liegt es aber auch an den Lizenzen – wer weiß – ich bezweifel, dass man jemals erfahren wird, wieso das Privatfernsehen so unfähig ist ;)